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Geschichte der Bürgerbewegung pro Köln e.V.

Die Bürgerbewegung pro Köln wurde am 5. Juni 1996 in Köln-Dünnwald von parteiunabhängigen Kölner Bürgern ins Leben gerufen und ins Vereinsregister eingetragen. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten der Rechtsanwalt Markus Beisicht, der Verleger Manfred Rouhs und der mittlerweile als selbständiger Medien-Dienstleister tätige gelernte Schriftsetzer Bernd M. Schöppe, die bereits seit ihrer Schulzeit politisch engagiert sind. Erster Vorsitzender war mit Sven Möller ein Jungunternehmer von Anfang 30, den die hiesige wirtschaftliche Lage drei Jahre nach der Gründung der Bürgerbewegung aus der Stadt trieb. In seiner Nachfolge übernahm 1999 Judith Wolter den Vorsitz. Sie studierte zu dieser Zeit an der Universität Köln Jura.

Bei der Direktwahl des Kölner Oberbürgermeisters im Jahr 2000 stellte sich pro Köln erstmals dem Votum des Wählers. Dabei konnte die Bürgerbewegung nur bescheidene Mittel für den Wahlkampf aufwenden. Sie hat lediglich eine Wahlkampfzeitung verteilt und im gesamten Stadtgebiet 1.000 Plakate aufgehängt, die erstmals die Internetdomain www.pro-koeln-online.de allgemein bekannt gemacht haben. Das Wahlergebnis war mit weniger als einem halben Prozent der Stimmen enttäuschend, aber pro Köln gewann im Wahlkampf einige neue Mitglieder, u.a. Regina Wilden. Und die pro-Köln-Internetseite wurde in der Domstadt zu einem Markenzeichen für nonkonforme kommunalpolitische Berichterstattung.

Im Jahr 2001 startete pro Köln eine Kampagne gegen den städtisch finanzierten Drogenstrich an der Geestemünder Straße im Kölner Norden. Die Einrichtung wurde dennoch gebaut und in „Betrieb“ genommen. 2005 konnte in der städtischen Anlage erstmals ein Fall von Zwangsprostitution strafrechtlich nachgewiesen werden.

Als die Stadt Köln im Jahr 2002 in Chorweiler ein geeignetes Grundstück für den Bau einer repräsentativen Großmoschee suchte, startete pro Köln eine Unterschriftensammlung gegen dieses Bauvorhaben, das später Eingang fand in den Koalitionsvertrag von CDU und SPD und aus deren Reihen als das wichtigste kommunalpolitische Projekt in dieser Dekade bezeichnet wurde. Die Unterschriftensammlung war ein durchschlagender Erfolg. Sie wurde von pro Köln auf das gesamte Stadtgebiet ausgedehnt, nachdem immer neue Moschee-Standorte auf beiden Seiten des Rheins andiskutiert wurden. Damit war der Grundstein für den Wahlerfolg von 2004 gelegt.

Bereits im September 2003 stellte die Bürgerbewegung ihre Kandidaten für die Kommunalwahl 2004 auf. Das folgende Jahr war vom Wahlkampf geprägt: Flugblattverteilungen, Infostände und in den letzten sechs Wochen eine intensive Plakatierung verfehlten zusammen mit der stets aktuellen pro-Köln-Internetseite ihre Wirkung nicht. Am Wahlabend wurde der arbeitsintensive Einsatz mit 4,7 Prozent der Wählerstimmen und den Einzug in den Rat in Fraktionsstärke sowie in alle neun Kölner Bezirksvertretungen belohnt.

Nach dem Urnengang wählte die Fraktion Judith Wolter, die zwischenzeitlich ihr Erstes Juristisches Staatsexamen bestanden hatte, zur Vorsitzenden. Markus Beisicht übernahm an ihrer Stelle den Vorsitz des Vereins. Manfred Rouhs wurde zum Geschäftsführer der Ratsfraktion bestellt. Im Jahr 2005 stieß der Politologe Markus Wiener zu pro Köln, der seither hauptberuflich für die Ratsfraktion der Bürgerbewegung arbeitet, die er auch im Finanzausschuß der Stadt Köln vertritt. Ende des gleichen Jahres trat der parteilose Stadtrat Hans Martin Breninek der pro-Köln-Fraktion bei, so daß die Bürgerbewegung seitdem mit fünf Vertretern im Stadtparlament sitzt.

 

 
 
 

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